Alles, was wir in den vorherigen Kapiteln vorgestellt haben, ist der Kern von SCRUM, so wie er auch im SCRUM-Guide beschrieben wird. Es haben sich zusätzlich weitere Tools in der Praxis als sinnvoll und hilfreich erwiesen. Diese werden im SCRUM-Guide nur kurz erwähnt. Und wir werden diese aus diesem Grund im Folgenden nur kurz erläutern. Der Kern dieser Tools dient dazu, Transparenz im SCRUM-Team bezüglich des aktuellen Fortschritts, bezogen auf den Umsetzungsstand, zu schaffen. Fast jedem, der sich schon einmal mit Agilem Projektmanagement oder mit SCRUM beschäftigt hat, werden diese Begriffe und Tools schon einmal begegnet sein

Fortschritts-Monitoring bezogen auf das Gesamtziel

Es muss zu jedem Zeitpunkt während des SCRUM-Prozesses möglich sein, die gesamte Arbeit, die noch zu erledigen ist, um das Gesamtziel zu erreichen und die noch notwendig ist, transparent zu machen. Für diese Transparenz ist der Product Owner zuständig. Er monitort diese gesamte Arbeit, die noch zu tun ist. Dies sollte spätestens jedes Mal beim Sprint Review durchgeführt werden. Der Product Owner vergleicht diese gesamte Arbeit, die noch zu leisten ist, mit der Arbeit, die bereits geleistet ist. So kann er abschätzen, wie realistisch der aktuelle Zeitplan für die Auslieferung des Produktes ist. Diese Information sollte allen Stakeholdern zur Verfügung gestellt werden.

Für die Umsetzung dieses Monitoring haben sich verschiedenste Tools und Werkzeuge in der Praxis etabliert. Die folgenden 3 Werkzeuge sind hier sicher die am meisten verwendeten:

Burn-down Chart:

Der Burn-down Chart ist ein Chart, in dem der Fortschritt des verbleibenden Aufwands gegen die Zeit abgetragen ist. Die Y-Achse ist also der verbleibende Aufwand und die X-Achse stellt die Zeit dar. Üblicherweise wird der verbleibende Aufwand in Stunden angegeben. Die Zeit wird üblicherweise in Tagen angegeben. Dies hat den Grund, dass der Burn-down Chart meist auch jeden Tag im Daily SCRUM für die Fortschrittmessung genutzt wird. Gemäß dem SCRUM-Guide sind Burn-down Charts ein optionales Element, das angewendet werden kann, um den Fortschritt transparent zu machen. Bei einem Burn-down Chart ist die X-Achse immer die Zeit. Hingegen wird die Y-Achse in unterschiedlichen Projekten auch unterschiedlich eingesetzt: So kann auf der Y-Achse beispielsweise die Summe der restlichen Stunden für die noch zu erledigende Entwicklungsarbeit oder die Anzahl der noch abzuarbeitenden Tasks angetragen werden.

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Burn-up Chart

Ein Burn-up Chart ist eine Grafik, die den Fortschritt des Anstiegs bezogen auf die Zeit zeigt. Auf der Y-Achse wird in diesem Chart der Anstieg in der entsprechenden Einheit angezeigt. Auf der X-Achse ist entsprechend die Zeit abgetragen. Der Burn-up Chart ist quasi eine Inversion des Burn-down Charts. Burn-up Charts sind gemäß dem SCRUM-Guide ein optionales Werkzeug, um den Fortschritt transparent zu machen.

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Cumulative Flow Diagram

Während ein Burn-down Chart nur besagt, wie viel Arbeit beispielsweise im aktuellen Sprint noch zu erledigen ist, ist ein Cumulative Flow Diagram viel aussagekräftiger. Er gibt auch die Information, wie viele Anforderungen sich zu welchem Zeitpunkt in welchem Umsetzungsstand befinden. Umsetzungszustände können beispielsweise sein: „Im Backlog“, „In Umsetzung“, „In Prüfung“ und „Erledigt“. Diese Zustände können wiederum weiter untergliedert werden in „Unterzustände“. Dieses Tool hat den Mehrwert, dass diese Informationen auf einen Blick dargestellt werden und mögliche Projektrisiken frühzeitig erkannt werden. Auf der X-Achse wird wieder die Zeit angetragen. Auf der Y-Achse wird die Anzahl oder der Aufwand der Anforderungen, die noch zur Entwicklung anstehen, abgetragen.

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Fortschritts-Monitoring im Rahmen des Sprints

Es sollte zu jedem Zeitpunkt des Sprints möglich sein, die noch zu erledigende Arbeit im Rahmen des Sprints transparent zu machen. Die Developers sind dafür verantwortlich, diese Transparenz jeden Tag im Rahmen des Daily SCRUM herzustellen. Hierbei sollte zudem die Wahrscheinlichkeit ermittelt werden, dass in der verbleibenden Zeit mit den verbleibenden Kapazitäten das Sprint-Ziel erreicht wird. Die noch ausstehende Arbeit transparent zu machen ist der beste Weg für die Developers, den eigenen Fortschritt zu managen.

In der Praxis werden hierfür entweder die schon im letzten Abschnitt beschriebenen Burn-down oder Burn-up Charts verwendet. Oder was am häufigsten zum Managen des Fortschritts im Rahmen der Entwicklungsarbeit verwendet wird, ist ein SCRUM-Board. Das SCRUM Board macht die aktuellen Backlog Items, also die User Stories oder Tasks, des aktuellen Sprints transparent. Jedem Backlog Item sind seine entsprechenden Tasks zugeordnet. Die Backlog Items werden dann in mehrere Felder aufgegliedert, wie beispielsweise: Backlog, Todo, In Progress, To be approved, Done. Die Tasks wandern demnach von der linken Seite des SCRUM Boards auf die rechte Seite, folgend ihrem aktuellen Fortschritt.

Je nachdem, wie umfangreich und komplex der Sprint ist, kann diese Form des Fortschritts-Monitoring schon ausreichend sein, um abzuschätzen, ob die verbleibende Zeit oder Kapazität ausreichend ist. Das SCRUM Board