SCRUM arbeitet mit wenigen Artefakten. Artefakte sind die Tools, die helfen, neben den definierten Accountabilities und Events die Arbeit zu organisieren. Gemäß dem SCRUM-Guide werden nur 3 Artefakte beschrieben. Zusätzlich erwähnt der SCRUM-Guide noch das „Sprint-Ziel“ und die „Definition of Done“. Da diese weder Accountabilities noch Events sind, beschreiben wir auch diese beiden an dieser Stelle in unserem Buch. Letztlich handelt es sich hierbei um zwei wesentliche Elemente, die beim Einsatz der 3 Artefakte dabei helfen, Transparenz zu schaffen, auf deren Basis Überprüfung und Anpassung möglich sind. Es ist uns sehr wichtig, in diesem Buch einerseits den Kern von SCRUM gemäß Jeff Sutherland und Ken Schwaber, und auf der anderen Seite auch in der Praxis erprobte Konkretisierungen und Ergänzungen der Methodik vorzustellen.

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Charakteristika von Artefakten

Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die gegeben sein sollten oder die die Basis der Effektivität vom Einsatz der Artefakte im Rahmen der SCRUM Methodik darstellen.

Repräsentation der Arbeit und ihres Werts

Bisher haben wir die Accountabilities und Events nach SCRUM beschrieben. Beides sind die weichen Faktoren von SCRUM. Die Accountabilities stellen die jeweiligen Akteure in einem Projekt beziehungsweise einer Produktentwicklung dar. Die Events beschreiben dann, wie die Kommunikation im SCRUM-Prozess zwischen diesen Individuen erfolgt. Die Artefakte hingegen beschreiben konkret, wie der aktuelle Stand der Arbeit des SCRUM-Teams ist. Also welche Aufgaben zu erfüllen sind, um das Produkt mit seinen gewünschten Funktionen zu erschaffen. Zudem macht es den Wert dieser Arbeit zu jedem Zeitpunkt des Projekts transparent. Die Artefakte fassen die Erwartungen an das zu erstellende Endprodukt zusammen und konkretisieren sie zudem. So ist es jederzeit möglich zu wissen, wie der aktuelle Umsetzungsstand der Entwicklung und was das Ziel aller Entwicklungsarbeit ist.

Maximale Transparenz der Information

Ein wesentliches Ziel des Einsatzes von Artefakten ist es, eine maximale Transparenz bezüglich der für die Entwicklung des Produkts notwendigen Arbeiten zu schaffen. Diese maximale Transparenz ist die Basis dafür, fortlaufend zu überprüfen und anzupassen. Transparenz ist das wichtigste Kriterium, das an Artefakte gestellt wird. Denn alle Entscheidungen bezüglich Werte oder Risiken werden auf Basis der Artefakte getroffen. Deswegen müssen diese die maximale Transparenz sicherstellen. Wenn die Transparenz nicht vollständig ist, ist die Basis für diese Entscheidungen unsicher und nicht verlässlich. Das Ergebnis könnte ein Rückgang im Produktwert oder ein Anstieg der Risiken sein, was auf jeden Fall zu verhindern ist.

Das gesamte SCRUM-Team muss daran arbeiten, dass jederzeit Transparenz der Informationen in den Artefakten gewährleistet ist. Der SCRUM Master hat hierbei die Aufgabe, das SCRUM-Team zu befähigen, mangelnde Transparenz zu erkennen und zu beheben. Es ist seine Aufgabe, mit dem SCRUM-Team und der Organisation zusammenzuarbeiten, dass die Transparenz der Artefakte fortlaufend zunimmt. Diese Transparenz kann nicht von vorneherein vollumfänglich gegeben sein. Es ist vielmehr ein Weg, den das ganze Team während des SCRUM-Prozesses gehen muss. Aufgabe des SCRUM Masters ist hierbei zu lernen, zu überzeugen und zu verändern. Transparenz ist kein Zustand, sondern ein Weg, den das SCRUM-Team nur gemeinsam gehen kann.

Möglichkeit zur Überprüfung und Anpassung

Durch die durch die Artefakte geschaffene Transparenz über das zu entwickelnde Produkt und seine Funktionen ist es möglich, diese fortlaufend zu überprüfen und anzupassen. So kann fortlaufend überprüft und angepasst werden, „WAS“ entwickelt wird. Zudem beinhalten die Artefakte auch Informationen darüber, „WIE“ das Produkt entwickelt wird. Auch der Prozess der Entwicklung und der Zusammenarbeit im SCRUMTeam werden also fortlaufend angepasst.

Arbeit organisieren

Mithilfe der Artefakte hat das SCRUM-Team die Möglichkeit, die Arbeit zu organisieren, welche zum einen im laufenden Sprint umgesetzt wird als auch die zukünftige Arbeit zu definieren.

Überblick der 3 Artefakte von SCRUM

Wie bereits erwähnt, gibt es nach SCRUM 3 Artefakte. Diese sind die folgenden:

Jedes der aufgeführten Artefakte hat innerhalb von SCRUM ein sogenanntes Commitment, dies dient dazu sicherzustellen, Transparenz zum Fortschritt messbar zu machen und dem SCRUM-Team ein Ziel zu geben, auf welches sie hinarbeiten können. Zusätzlich beschreiben die Commitments die Artefakte und liefern somit Klarheit über den Zweck, Kontext und Wert des Artefakts.